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Gesellschaft CJZ Paderborn e.V.

Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Paderborn e.V.
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Über uns

Am 4. Juni 1987 gründen engagierte Bürgerinnen und Bürger die GCJZ Paderborn e. V., um wirksam für ein erneuertes Verhältnis von Juden und Christen einzutreten. Auf Ortsebene soll es darin bestehen, die Geschichte der Jüdinnen und Juden Paderborns, insbesondere das Geschehen in der NS-Zeit, wachzuhalten, die Namen und Schicksale der Ermordeten vor dem Vergessen zu bewahren und eine würdige Gedenkkultur zu pflegen. Nicht zuletzt soll unser Engagement zu einer guten und offenen Beziehung zur Jüdischen Kultusgemeinde und deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit beitragen.

Vorangegangen waren freundschaftliche Kontakte zwischen Professor Dr. Hubert Frankemölle, dem katholischen Neutestamentler an der Universität Paderborn, und dem damaligen Vorsitzenden der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn Erwin Angreß. Eine kleine Gruppe Paderborner Bürgerinnen und Bürger traf sich bereits alljährlich am 9. November an einem 1980 von der Stadt Paderborn am Standort der 1938 zerstörten Synagoge errichteten bescheidenen Denkmal.
Die Paderborner Historikerin Dr. Margit Naarmann hatte mit ihren detaillierten Forschungen zur Geschichte der Juden in Paderborn und deren Verfolgung in der NS-Zeit begonnen, die in die Veröffentlichung von fundierten historischen Standardwerken führten.

Im Mai 1989 kann die Stadt Paderborn gemeinsam mit der GCJZ 86 Angehörige und Nachfahren ehemaliger Paderborner Jüdinnen und Juden in ihrer alten Heimatstadt begrüßen. In der Folge besuchen bis heute jährlich auf Einladung der Stadt und unter Begleitung von Vorstandsmitgliedern der GCJZ Jüdinnen und Juden aus der ganzen Welt, vornehmlich aus Israel, USA oder England, die Paderborner Region, um den Wegen ihrer Vorfahren nachzuspüren. Das Interesse war und ist überwältigend, selbst bei den Nachgeborenen, die immer wieder von der großen Anhänglichkeit ihrer Urgroß- und Großeltern zur Paderstadt und dem tief empfundenen Verlust berichten.

1993 schafft der dänische Künstler Per Kirkeby ein neues, dem Anlass gemäßes Mahnmal am Platz „An der alten Synagoge“. Einige kleinere Gedenksteine folgen, zum Beispiel für den alten jüdischen Friedhof „Am Hilligenbusch“ und für Jenny Aloni, der bedeutendsten deutschsprachigen Autorin Israels, die als Jenny Rosenbaum im Haus an der Bachstraße unmittelbar am Paderquellgebiet ihre Kindheit verbrachte. Am Standort des Jüdischen Waisenhauses erinnert eine Stele an die deportierten Kinder und ihre Betreuer.

Im weiteren Verlauf des Stadtgebiets stößt der/die Interessierte immer wieder auf Tafeln, erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv, die in Text und Bild über jüdisches Leben und jüdische Einrichtungen im Vorkriegs-Paderborn informieren. Etliche neue Straßen tragen heute Namen mit erklärenden Erläuterungen verdienter jüdischer Paderbornerinnen und Paderborner. Zeitzeugen besuchen auf Vermittlung der GCJZ Schulen und erzählen ihre bedrückenden Erlebnisse in der NS-Zeit.

Bereits nach zehn Jahren ihrer Gründung 1997 eröffnet die Paderborner Gesellschaft mit der alljährlich stattfindenden Auftaktveranstaltung die „Woche der Brüderlichkeit“.

Über Paderborn hinaus engagiert sich insbesondere Prof. Dr. Hubert Frankemölle, Gründungsmitglied und langjähriger geschäftsführender Vorsitzender der GCJZ, im interreligiösen Dialog und trägt entschieden bei zu einer theologischen Annäherung zwischen Juden und Christen. Hochrangige Referenten werden gewonnen:  Avi Primor, der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland, und Abdallah Frangi als Generaldelegierter Palästinas. Vortragsreihen mit kompetenten Fachleuten zu den Themen „Christen und Juden gemeinsam ins dritte Jahrtausend“, „Juden und Christen im Gespräch über Dabru Emet – Redet Wahrheit“, „Jüdische Frauen in Mitteleuropa“ und „Frieden für Israel“ münden in überregional beachtete Buchveröffentlichungen.

Mit mehr als 220 Mitgliedern und einem großen Interessentenkreis nimmt die GCJZ Paderborn e. V. im gesellschaftlichen, öffentlichen und kulturellen Leben von Stadt und den Kreisen Paderborn und Höxter ihren festen Platz ein.